Schwerpunkt Universal Design

Text: Designlines

Anfang April 2009 gingen wir für eine Woche der Frage nach, was sich hinter dem Begriff des Universal Designs verbirgt. Denn wie bei vielen Themen, die plötzlich in aller Munde sind, bleibt die eigentliche Bedeutung oft unklar.

Dass Universal Design dabei weit mehr als nur für Produkte für Senioren steht, machte unser Gastredakteur Oliver Herwig deutlich. In seinem Auftakttext schrieb der Münchener Autor, der 2008 ein umfassendes Buch zum Thema Universal Design veröffentlichte, dass er einen grundlegendes Wandel auf die Gestaltung zukommen sieht. Nach schneller, kleiner und komplexer steht nun vor allem Einfachheit, Klarheit und Verständlichkeit im Fokus. Die Dinge zu vereinfachen und intuitiv erlernbar zu machen, erweist sich als Generationen verbindend und erfüllt die Bedürfnisse von Alt und Jung gleichermaßen. Ähnliches fanden auch unsere Autoren Tanja Pabelick und Claudia Simone Hoff, die Produkte mit mehr Sinn für Ergonomie entdeckten und dem Praxistest durch Kinder unterzogen.

Ein Pladoyer für Produkte ohne Bedienungsanleitung gab unterdessen der Designer Jasper Morrison, mit dem wir uns in Paris über seine Definition von Universal Design unterhielten. Auf welche Weise die Menschen Produkte benutzen und was sich daraus ablesen lässt, verriet uns dagegen die „User Experience“-Expertin Nicole Busch in Hamburg. Ebenfalls in der Hansestadt sprachen wir mit dem Designforscher Mathias Knigge, der sich beeindruckt von den Erfahrungen älterer Menschen zeigte und in ihnen einen Seismographen für mehr Benutzerfreundlichkeit erkennt. Einen zum Thema Universal Design bisher nur wenig beachteten Aspekt brachte die New Yorker Designerin und Gender-Expertin Agnete Enga ein, die uns in Mailand verriet, warum vor allem Frauen besonders geeignet sind, um universelle Designlösungen zu finden. 

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