imm cologne 2018: Hab mich lieb!

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Text: Stephan Burkoff

Eine Möbelmesse ist eigentlich kein Ort für Sentimentalitäten. Und doch macht die imm cologne Jahr für Jahr in dieser Sache eine Ausnahme. Sie ist nicht nur die Bühne für Neuheiten, marktreife Modellpflege oder knallharte Order-Deals. Sie ist vor allem ein Branchentreffen mit viel Raum für Smalltalk und Gefühligkeit.

Natürlich geht es um Formen, Farben und taktile Erlebnisse. Im Zentrum aber scheint zunehmend ein Wunsch zu stehen: Diese Möbel wollen uns, losgelöst von Trends, dauerhaft gefallen. Sie wollen, dass wir uns mit ihnen beschäftigen, sie montieren, variieren, kombinieren, wollen uns zeigen, was sie können, und wollen, dass wir sie mögen und behalten. Nicht zuletzt wollen sie auch Instagram-tauglich inszeniert sein. Das Bild ist heute schließlich wichtiger denn je. Die Zeit der ikonisch angebeteten Entwürfe ist hingegen weitestgehend vorüber. Es sind nicht die Möbel, die glorifiziert werden, sondern das Individuum, das „Ich“. Mitunter aber auch der Designer. Die Möbelentwürfe auf der imm cologne sind durchdacht, modular, flexibel. Und wurden noch nie so vollständig von Accessoires und Leuchten ergänzt, wie in diesem Jahr. Die einzige Herausforderung, die sie uns stellen, ist ihnen zu widerstehen.

Schöner Stauraum, bequemes Sitzen, neue Leuchten: Wen wir mit nach Hause nehmen würden, erfahren Sie in unseren Beiträgen in diesem Special. Zudem zeigen wir die besten Newcomer der Messe und lassen uns von dem Designerduo Lucidi Pevere das Sofa von heute erklären.

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