Augen zu und durch

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Text: Stephan Burkoff, 16.11.2018

Die Realität bleibt stets das, für was wir sie halten. Auf der Bildebene unterscheidet man schon heute nur noch schwer, ob es sich um ein Rendering oder ein Foto handelt – und wenn es tatsächlich ein Foto ist, könnte sich dahinter auch ein Compositing verbergen.

In der Arbeit des italienischen Künstlers Massimo Colonna wird genau diese Unsicherheit zum Thema. Selbstverständlich sind seine Kompositionen computergeneriert. Und dennoch will unser Geist sich darin wohlfühlen. Sanfte Töne, geometrische Ordnung und der offensichtlich festgehaltene Überraschungsmoment: Sie alle erzeugen gemeinsam ein Bild, bei dem sich das Auge ausruhen kann. Die Wahrheit zählt ja bekanntermaßen nicht immer zu den Orten, an denen wir das Glück finden. Insofern wundert es nicht, dass sich immer mehr artifizielle Welten ihren Weg in unseren Alltag bahnen. „Wahrscheinlich ist das, was die Leute sehen wollen, eine verzerrte Realität, die der Fiktion näher ist. Das ist nicht unbedingt eine schlechte Sache, Perfektion und Unvollkommenheit sind immer noch ziemlich subjektiv“, sagt Massimo Colonna über den Kontext seiner Arbeit. Die Illusion ist für ihn ein Mechanismus, der der Perfektion und Unvollkommenheit ihre Bedeutung nimmt. Auf der Suche nach der Realität stellen Bilder längst schon keine Hilfe mehr dar. Man muss sich zunehmend auf seinen Intellekt verlassen.

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