Bad, Bette, bunt

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Text: Claudia Simone Hoff

Partner: Bette

Roter Faden, grüner Daumen, rosa Brille: Farben sind tief verankert im kulturellen Gedächtnis. Und sie verfehlen ihre Wirkung auch im Badezimmer nicht, wie Bette zeigt. Der deutsche Sanitärhersteller spielt mit der Entdeckungslust und hat Farben in allen Schattierungen im Programm.

„Wir spüren eine deutlich steigende Nachfrage nach farbigen Badelementen“, sagt Sven Rensinghoff, Leiter Marketing und Produktmanagement bei Bette. Schon rund 40 Prozent der Kunden entscheiden sich für farbige Varianten – um einen Akzent zu setzen oder den Duschbereich der Farbe des Bodenbelags anzupassen. Dass Farben en vogue sind, hat auch damit zu tun, dass das Badezimmer neben der Küche zum wichtigsten Raum des Hauses avanciert ist. Längst nicht mehr nur schnöde Nasszelle ist es inzwischen ein wichtiger Teil des Interiordesigns geworden. Deshalb wird das Bad genauso aufwendig eingerichtet wie Wohn- oder Schlafzimmer – mit Möbeln, Leuchten, Textilien und Sanitärkeramik in haptisch interessanten Materialien wie Porzellan, Titan-Stahl, Holz, Glas und Keramik. Farben wirken in diesem Zusammenhang als visuelle Klammer oder erzeugen einen Aha-Moment.

Das Badezimmer wird zum Wohnraum
Dass die Farbe zurück ist im Interior, ist über verschiedene Branchen hinweg zu beobachten. Im Badezimmer begann man bereits in den Siebzigerjahren verstärkt auf Farbe zu setzen. Es war das Jahrzehnt der avantgardistischen Wohnkonzepte, die sich loslösten von traditionellen Wohnideen. Es wurde experimentiert – wie Joe Colombo 1969 mit einem Badezimmer aus vorgefertigten PVC-Elementen am Bayer-Stand auf der Visiona 1 in Köln zeigte oder Luigi Colani mit einer stringent gestalteten Badkollektion samt Sanitärobjekten und Accessoires für Villeroy & Boch. Er mischte mit dieser bahnbrechenden Idee die gesamte Branche auf, denn fortan betrachtete man das Badezimmer als vollwertigen Wohnraum mit eigener Ästhetik. Das Bad diente nicht mehr nur allein der Körperhygiene, sondern fokussierte auf Architektur und Interior. Nun stand der gesamte Raum im Blickpunkt, nicht mehr nur einzelne Sanitärobjekte.

Farbgeschichte(n)
In diesen gestalterischen Zusammenhang ist auch das Aufkommen der Farbe bei Bette in den Siebzigerjahren einzuordnen. Angefangen hat alles mit dem BetteColor-System, das zuerst 100 Farben umfasste und in den folgenden Jahren auf erstaunliche 1000 Farbtöne erweitert wurde. In einem Werbeprospekt zum BetteColor-System aus dem Jahr 1984 wird erklärt, warum Farben so wichtig sind: „Verschiedene Farben können Stimmungen erwecken“, heißt es da, „sie können uns anregen und beruhigen“. Badewannen, Duschflächen, Duschwannen und Waschtische von Bette sind deshalb so gut als farbige Variationen geeignet, weil das verwendete Material – glasierter Titan-Stahl mit einer Glasoberfläche – ähnliche Eigenschaften hat wie Keramik.

Zwar ist es so, dass rund 45 Prozent der Deutschen noch immer weiße Sanitärkeramik bevorzugen, die in den Neunzigerjahren Trend wurde. Doch immer mehr designaffine Konsumenten entscheiden sich für Farben, bei den Duschoberflächen sind es bei Bette bereits 80 Prozent. Vielleicht auch deshalb, weil das Familienunternehmen aus Delbrück mit BetteFloor 2006 die erste Duschfläche aus glasiertem Titan-Stahl eingeführt hat – mit selbst kreierten Mattfarben aus der Kollektion Exklusive Farben in 22 Tönen. Und man ist hier durchaus wagemutig, was die Farbauswahl angeht: Inzwischen gibt es auch glänzende Effektfarben wie Blue Satin, Midnight und Forest, die einen Hauch von Glamour ins Badezimmer bringen.

Ton in Ton
„Farben spielen im Badezimmer eine bedeutende Rolle, weil sie direkt auf unsere Psyche wirken“, erklärt Sven Rensinghoff, „so wird warmen Farben eine stimulierende, aktivierende Wirkung auf das Nervensystem zugeschrieben, kalten Farben eher eine harmonisierende, entspannende.“ Gerade sehr beliebt im Interiordesign sind zurückhaltende Farben wie Anthrazit, Beige- und Grautöne sowie Erd- und Sandtöne. Kein Wunder eigentlich, denn sie lassen sich in ihrer neutralen Anmutung gut kombinieren und bleiben länger en vogue. Das ist gerade im Badezimmer wichtig, das nur etwa alle 20 Jahre erneuert wird und deshalb nicht zu modisch sein sollte. Kombiniert wird diese erdige Farbpalette mit pudrigen Pastellen, was auch dem immer noch aktuellen Scandi Style entgegenkommt.

Im Badezimmer ist es meist der Bodenbelag, der wortwörtlich den Ton für die Gestaltung angibt. Und dabei bleibt man gern in einer Farbfamilie: So treffen bei Badmöbeln, Bade- und Duschwannen kühle Grautöne auf warme oder werden matte mit glänzenden Oberflächen derselben Farbe subtil miteinander kombiniert. Wie das funktioniert, zeigt die Kollektion BetteLux Shape: Hier trifft ein mattweißer, pulverbeschichteter Stahlrahmen mit fein strukturierter Oberfläche auf hochglänzende, weiße Elemente wie Waschtisch oder Wanne.

Glanz & Glitter
Wer es weniger zurückhaltend mag und trotzdem zeitlos, entscheidet sich für Schwarz – neben Weiß der Klassiker im Interiordesign und gerade in der kontrastierenden Kombination reizvoll. „Durch den Verzicht auf Buntheit entsteht der Anspruch auf Sachlichkeit und Funktionalität – die Tugenden des modernen Designs“, schreibt Eva Heller in ihrem Buch Wie Farben wirken. Schwarz ist klar in der Form, präzise in der Silhouette und verzeiht keine Fehler in der Bearbeitung – eine Herausforderung für Hersteller und Designer gleichermaßen. Eine in Schwarz getauchte Badewanne wie BetteLoft Ornament mit ihrem auffälligen geometrischen Muster ist ein echtes architektonisches Statement Piece. Glamourös wirkt die Kollektion, wenn sie in Midnight gehalten ist – ein Farbton, bei dem Anthrazit mit glitzernden Pigmenten in der Glasur kombiniert wurde, und der sich harmonisch zu Fliesen und Fugenmassen mit Goldglanz und Glitzereffekten gesellt.

Die Andersmacher
Bette setzt auch individuelle (Farb-)Wünsche um – was vor allem bei Großprojekten wie Hotels der Fall ist. „Manchmal soll es eben eine spezielle Farbe sein, um eine besondere Emotionalität oder Dynamik in das Badezimmer zu bringen oder es mit der Corporate Colour des Objekts zu verlinken“, sagt der Marketingchef des Unternehmens. Key Colours nennt sich dieser Service: Architekten und Badplaner können im Farblabor eigene Farben kreieren, die dann gemischt und im Nass-in-Nass-Emaillier-Verfahren dauerhaft mit dem Titan-Stahl verschmolzen werden. Nur für den Fall, dass sich jemand nicht zwischen den 400 Sanitärfarben, 22 Mattfarben und vier Effektfarben von Bette entscheiden kann.

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