Best of: Küchenhelfer

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Text: Claudia Simone Hoff
Foto: Hersteller

Es gibt Dinge in der Küche, die so selbstverständlich sind, dass wir sie bisweilen gar nicht mehr wahrnehmen. Obwohl wir sie täglich in den Händen halten und sie unser Leben ungemein erleichtern. Gemeint sind Küchenhelfer wie Siebe, Töpfe und Wasserkessel. Wir haben die zwölf Schönsten für Sie herausgepickt – in allen Stil- und Preiskategorien, sowohl zeitgenössische Entwürfe wie Klassiker.

Für praktische Küchenutensilien gilt: Neben Verarbeitung, Material und Funktion spielt das Design eine wichtige Rolle. Während Elektrogeräte für die Küche gestalterisch noch immer stiefmütterlich behandelt werden, sieht es bei den Küchenhelfern glücklicherweise ganz anders aus. Hier tummeln sich gleich reihenweise Designikonen wie die Kochtopfserie La cintura di Orione von Richard Sapper, die Isolierkanne EM 77 von Erik Magnussen oder die Salz- und Pfefferstreuer Max und Moritz von Wilhelm Wagenfeld.

Prinzessinnen und Designkönige
Einer dieser Küchenhelfer wartet sogar mit einer adligen Herkunft auf: Die Rührschüssel Margrethe von Rosti Mepal ist benannt nach der dänischen Königin. Ihren Namen erhielt die in den Fünfzigern entstandene Schüssel, weil ihr Designer Graf Sigvard Bernadotte – Sohn des schwedischen Königs Gustav VI. Adolf – ein Onkel der damaligen Prinzessin war. Er hat eine Form entworfen, die bis ins Detail stimmig ist. Ebenso wie die von EM 77. Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein Utensil, das in fast jedem designaffinen Haushalt zu finden ist: die von Erik Magnussen 1977 für Stelton entworfene Isolierkanne. Ursprünglich als Ergänzung von Arne Jacobsens Cylinder Line gedacht, ist EM 77 konisch geformt und mit einem praktischen Kippverschluss versehen. Wenn es allerdings ein Küchenutensil mit wirklich langer Lebensdauer gibt, dann ist es der Kochtopf. Richard Sapper ist in den Achtzigern das Kunststück geglückt, für Alessi Funktionalität und Ästhetik zu vereinen. Während die ursprüngliche Version der Kochtopfserie La cintura di Orione aus dickwandigem Kupfer mit einer Beschichtung aus Edelstahl bestand, gibt es sie nun auch aus Aluminium mit Antihaftbeschichtung sowie in Multiply für Induktionsherde. Wer von Töpfen spricht, kommt an Le Creuset nicht vorbei. Seit 1925 fertigt der französische Hersteller seine schweren, gusseisernen Stücke, die für ihre hervorragende Wärmevereilung bekannt sind. Will man sich nach dem Kochen die lästige Schrubberei mit scharfen Reinigungsmitteln sparen, greift man lieber zur klassischen Naturbürste wie sie beispielsweise Hay im Sortiment hat.

Funktion trifft Design
Während Alessi, Le Creuset oder Stelton traditionsreiche Schwergewichte der Branche sind, haben einige junge Hersteller den Markt für Küchenaccecoires aufgemischt. Ihr Konzept: Die gewandelten Bedürfnisse in der Küche zeitgemäß umzusetzen. Formschön, farbig und manchmal multifunktional sind beispielsweise die Produkte von Joseph Joseph. So auch der Brotbehälter aus Melamin, der mit einem Deckel aus Buchenholz verschlossen wird und praktischerweise auch als Schneidebrett dient. Da gerade in Großstädten Wohnraum immer knapper wird, trifft es sich gut, wenn man Platz schafft in der Küche. Das funktioniert auch mit dem Schnellkochtopf Vitavit premium von Fissler. Denn der ist mit einer Dampfgarfunktion ausgestattet, die ohne Druck funktioniert und so einen separaten Dampfgarer spart. Oder aber das Sieb, das Boje Estermann für Normann Copenhagen entworfen hat. Das Produkt katapultierte den dänischen Hersteller in den Küchendesignolymp. Weshalb, ist unschwer zu erkennen: Das Sieb lässt sich so zusammenfalten, dass es – scheibendünn – ruckzuck verstaut werden kann.

Max, Moritz & Rex
Ein gestalterischer Geistesblitz ereilte auch Wilhelm Wagenfeld, als er für WMF Anfang der Fünfziger das Salz- und Pfefferstreuerset Max und Moritz entwarf. Hier sorgt die Verjüngung des Glaskörpers für einen sicheren Stand und einen guten Griff. Ebenso praktisch ist Rex, der nicht bellt, sondern Kartoffeln, Karotten und Äpfel schält. Der vom Schweizer Hersteller Zana produzierte Sparschäler aus Aluminium mit einer Klinge aus Stahl ist bereits seit 1947 auf dem Markt. Während der Designliebhaber beiden Produkten bedingungslos das Prädikat „Die gute Form“ verleiht, spaltet ein anderes Küchenutensil die Gemüter. Kein Wunder, ist der Alessi-Wasserkocher von Michael Graves doch ein echtes Kind der Achtziger – und sieht auch so aus. 1,3 Millionen mal ging er über den Ladentisch und ist trotz seiner verspielten Anmutung überaus funktional. Eine breite Basis sorgt für ein großes Wasseraufnahmevermögen nahe der Herdflamme, während der über dem Deckel angebrachte Griff nicht mit der Hitze in Berührung kommt. „Die Funktion des Kessels war wichtiger als ein einnehmendes Design“, so der Gestalter. Einnehmend indes ist die Original Swiss Bottle von Sigg. Gefertigt aus fließgepresstem Reinaluminium und einem Farbauftrag aus lösungsmittelfreiem Pulverlack, ist sie nicht nur ein High-Tech-Produkt, sondern auch lebensmittelecht und zu 100 Prozent recyclebar. Getreu dem Motto: Gutes Design ist nachhaltig.

Fotos aller Produkte finden Sie in der Bildergalerie über diesem Artikel.

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