Das Wasser und die Träume

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Text: Katharina Horstmann


Über die Herkunft des Wortes „Spa“ gibt es verschiedene Hypothesen: Vielleicht wurde es vom lateinischen Wort spagere – sprudeln – abgeleitet, vielleicht aber auch vom wallonischen Begriff espa – Quelle. Es könnte jedoch auch ein Akronym für sanus per aquam – gesund durch Wasser – sein, oder eine Ableitung vom belgischen Badeort Spa, der für seine Thermalquellen berühmt ist. In jedem Fall steht der Begriff in direktem Zusammenhang mit Gesundheit, Wohlbefinden und Entspannung durch das Einwirken von Wasser – nicht nur im öffentlichen Bereich, sondern dank technischer Neuerungen auch in den eigenen vier Wänden.
 
 
Wasserbehandlungen sind seit Jahrtausenden Bestandteil der Badekultur. Bereits die Griechen glaubten an die Heilkraft des Wassers; und auch die Römer bauten öffentliche Bäder, die sich zur Erholungs- und Gesellschaftszentren der Städte entwickelten. Es war auch der römische Ehrenbürger Antonius Musa, der angeblich 23 v. Chr. Kaiser Augustus mit kalten Bädern geheilt hat und heute als Vater der Wasser- beziehungsweise Hydrotherapie angesehen wird.
 
Über die Wirkung von Wasser
 
In Deutschland gelten Sigmund und Johann Hahn als Begründer der Hydrotherapie. Die beiden Ärzte beschäftigten sich Mitte des 18. Jahrhunderts mit methodischen Anwendungen von Wasser zur Vorbeugung verschiedener Erkrankungen – Erkenntnisse, die hundert Jahre später Sebastian Kneipp entdeckte und für seine eigne Therapie nutzte. In jener Zeit veränderte sich auch das Interesse der Gesellschaft für Kur- und Heilbäder: Sie wurden nun als Orte der Gesundheitsführsorge angesehen und ihre Zahl nahm schnell zu.
 
Heute umfasst das Konzept eines Spas viel mehr als die Gesundheitsfürsorge. Einerseits werden die ursprünglichen Rituale wiederbelebt und dem sozialen Aspekt mehr Relevanz verliehen – wie schon zu Zeiten der Römer. Andererseits werden Bräuche neu interpretiert und weiterentwickelt, denn noch nie war die Lust am Wasser so groß, denn hier lässt sich die Hektik des Alltags abspülen und etwas für Gesundheit und Wohlbefinden tun – nicht nur in öffentlichen Bereichen, sondern auch in den eigenen vier Wänden.
 
Das private Spa
 
Für den Wellness-Effekt im eigenen Badezimmer sorgen technische Neuerungen, die Whirlpool, Massagedusche, Dampfbad oder Sauna im Privathaus ermöglichen. Wasser ist dabei der eigentliche Wohlfühlfaktor, denn es wird zunehmend nicht nur als reinigendes Mittel, sondern als elementare Kraft wahrgenommen, die entsprechend in Szene gesetzt wird. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, Wasser fühlbar zu machen. Der westfälische Badhersteller Bette etwa lenkt mit dem Wassereinlauf BetteSplash den Blick auf das Wesentliche: den Fluss des Wassers, der in einem großzügigen Schwall weich und kaskadenähnlich in die Wanne fließt und seinen elementaren Charakter hervorhebt. Axor, die Designmarke von Hansgrohe, hingegen macht mit der Axor Starck ShowerCollection die Dusche zum maßgeschneiderten Spa: Ihre 12 mal 12 Zentimeter großen Module sind wie ein Mosaik beliebig kombinierbar und damit lassen sich ganze Duschlandschaften gestalten – egal ob horizontal zentriert, vertikal orientiert oder mit abgestimmter Asymmetrie, ob als Armatur, Brause, Ablage, Lautsprecher oder Licht.
 
Moderne Hydrotherapie
 
Dornbracht ging noch einen Schritt weiter. Für die Ambiance Tuning Technique – kurz ATT genannt – entwickelte der Iserlohner Armaturenhersteller eine innovative Regelungstechnologie, mit der Wasserstrahl-Arten, Wassermenge und -temperatur sowie ein harmonisches Lichtszenario präzise digital gesteuert werden kann. Sie wird mit verschiedenen Wasserauslass-Stellen aus Dornbrachts Programm Balance Modules kombiniert, die je nach Programmierung den Körper von oben und von der Seite mit sanften Wasserschauern bis hin zu stärkeren Güssen berieseln beziehungsweise massieren.
 
Doch nicht die Dusche als Wellnessprodukt, auch die klassische Wassermassage – die zu den bekanntesten Anwendungen von Spas gehört und bei der Wasserstrahlarten je nach Intensität den Körper entspannen, Stress lindern, den Kreislauf anregen oder verspannte Muskeln lockern – findet mehr und mehr im privaten Badezimmer Anwendung. Laufen zum Beispiel hat sein Wannensortiment erweitert und bietet für dieses vermehrt Whirlsysteme an. Dafür hat der Schweizer Sanitärkeramikspezialist zwei innovative Steuersysteme entwickelt: eine pflegeleichte Sensorsteuerung im Wannenrand und, im oberen Segment wie bei der Badkollektion ILBAGNOALESSI One, durch eine multifunktionale Fernbedienung. Letztere besteht aus einem wasserdichten Gehäuse und umfasst neben der Steuerung für Wasser- und Luftmassage einen MP3-Player, ein Radio sowie einen Verstärker. Somit hat der Nutzer vollen Zugriff auf alle Funktionen des Whirlsystems und kann beispielsweise vordefinierte Entspannungsprogramme zusammen mit Musik ablaufen lassen und zudem einen verchromten LED-beleuchteten Auslass steuern, der Nebel über die Wasseroberfläche wabern lässt.
 
Ob ergonomisches Design, Fernsteuerung zur Regulierung von Dampf- oder Wasserintensität, Thermostat-Armaturen oder eingebaute Licht- und Medienanlagen für Nassbereiche: Für den Wellness-Effekt sorgen heute eine Vielzahl technischer Ausstattungselemente. Zusammen mit zeitgemäßen Materialien und eleganten als auch praktischen Möbeln machen sie das Bad zu einem ästhetischen Refugium des persönlichen Wohlbefindens, in dem Wasser erlebbar wird und einen Ausgleich zu Stress und Hektik schafft. Wer möchte da eigentlich noch verreisen, wenn er daheim sein eigenes Spa zum Entspannen und Träumen hat?

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