Die Eintagsfliegen des Designs

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Text: Norman Kietzmann

Das Design ist eine Bühne – und nicht selten auch ein Durchlauferhitzer im Turbogang. Produkte und Prototypen kommen und gehen. Und viele Designernamen, die für einen Moment omnipräsent schienen, verschwinden sang- und klanglos vom Podest des gestalterischen Ruhms. Ein Parcours durch die Welt der gestalterischen Eintagsfliegen. 

Die Utopie des Design klingt wie eine verlässliche Formel: Was gut ist, wird erfolgreich und hat auf Dauer Bestand. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Immer wieder haben bahnbrechende Entwürfe das Zeitliche gesegnet, weil sie ihrer Zeit voraus waren – ganz gleich, ob auf technologische, stilistische oder funktionale Weise. Andere Entwürfe haben sich verbrannt, weil sie dem Zeitgeist schlichtweg zu nahe kamen. Und wieder andere wurden durch technische Pannen oder unzulängliche Vertriebsstrukturen vorzeitig ins Grab befördert, obwohl sie aus heutiger Sicht das Potenzial zur Ikone gehabt hätten. 

Pleiten, Pech, Pannen
Rückschläge müssen nicht nur die Jungen ertragen. Selbst die, die weiterhin fest im Sattel sitzen, sind vor Pleiten, Pech und Pannen nicht gefeit. Doch Achtung! Auch das lehrt uns der Blick auf die aktuellen Designtendenzen: Nicht nur Totgeglaubte leben länger. Selbst was seit Jahrzehnten in den Archiven schlummert, kann plötzlich wieder auferstehen und mit erstaunlicher Präzision den Nerv der Zeit treffen. Ergo: Eintagsfliegen sind keineswegs zu bemitleiden. Einige von ihnen verwandeln sich sogar in Elefanten – vorausgesetzt, der richtige Moment für sie ist gekommen. 

Mehr über die Eintagsfliegen des Designs erfahren Sie in der Bildergalerie über diesem Text.

Alle Beiträge aus unserem großen Themenspecial Insekten lesen Sie hier.

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