Ein Modell für die Zukunft

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Text: Tim Berge

Alles begann auf einem Blatt Packpapier – mit einer Skizze des jungen Wilhelm Girsberger, der zu jener Zeit zusammen mit seinem Bruder das fortschrittliche Familienunternehmen führte. 1961 wurde der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt, die bis heute anhält und auch in der Zukunft fortgeschrieben werden soll: Nun, zu seinem 50-jährigen Jubiläum, erfuhr der Loungesessel-Klassiker Modell 1600 ein Redesign.  

Ein bisschen erinnert das Modell 1600 an die Ausstattung der Erfolgsserie Mad Men: In der fiktiven New Yorker Werbeagentur erleben die eleganten Einrichtungsstile der 50er und 60er Jahre zurzeit ein Comeback, was auch für unsere Sehnsucht nach der Eleganz und Coolness dieser Epoche spricht. Kein Wunder also, dass originale Exemplare des Stuhls teuer gehandelt werden und noch heute im Karlsruher Bundesverfassungsgericht stehen. 

Der große Wurf
Die Geschichte entspricht der einer guten Legende: Nachdem die Girsberger-Brüder Heinrich und Wilhelm das Potential des Stuhls erkannt hatten, den sie 1961 entwickelt hatten, gründeten sie kurze Zeit später eine deutsche Dependenz ihrer Büromöbelmanufaktur und bereisten höchstpersönlich das ganze Land, auf der Suche nach interessierten Fachhändlern. „Nach und nach standen immer mehr 1600er in den Ausstellungsräumen namhafter Möbelhäuser in Deutschland.“ erzählt Heinrich Girsberger. „Und später öffnete die starke Nachfrage nach dem eleganten Loungesessel Girsberger den Zutritt zu weiteren europäischen Märkten, die wir noch heute von Endingen aus beliefern.“ Was 1963 in einer ehemaligen Zigarrenfabrik mit drei Mitarbeitern, wenigen Werkzeugen und einigen Nähmaschinen begann, hatte sich 50 Jahre später zu einem Unternehmen mit 120 Mitarbeitern geformt. 

Starker Charakter, weiche Haut
Beim Redesign des Modell 1600 ließen Girsberger und sein Chef-Designer Mathias Seiler Vorsicht walten: Charakter und Identität des Sessels sollten nicht nur gewahrt, sondern betont und mittels technischer Optimierungen weiter herausgearbeitet werden. Dabei kann sich das Unternehmen stets auf seine handwerklichen Kompetenzen verlassen, die es seit seiner Gründung auszeichnen. Philippe Frank, der Fertigungsleiter der Sesselproduktion, erklärt: „Die Wertigkeit eines Ledermöbels ergibt sich zu großen Teilen aus den Details der Verarbeitung. Passgenaue Lederzuschnitte ohne Hautschäden, exakte Ziernähte sowie ein fein abgestimmter Polsteraufbau sind entscheidend für eine hochwertige Qualitätsanmutung. Aber auch das Leder selbst, mit seinen charakteristischen Naturmerkmalen, ist ausschlaggebend.“

Als wichtiges, identitätsstiftendes Merkmal wurde die Quadratabsteppung der Polsterkissen beibehalten, nur in etwas dezenterer Ausführung als beim Original. Der Bezug wird aus zweieinhalb Quadratmetern Montana Semianilinleder gefertigt, dabei ist es für das Endergebnis wichtig, dass es aus einem Stück ist, was in etwa einer halben Kuhhaut entspricht. Das natürliche Narbenbild des Leders wird dank einer schwach deckenden Pigmentierung und Imprägnierung kaum beeinträchtigt, und auch der weiche Griff und die Atmungsaktivität des Semianilinleders bleiben weitestgehend erhalten und sorgen für einen hohen Sitzkomfort. Als zusätzliche Ausstattungsvariante werden auch Bezüge aus filzartigen Stoffen angeboten. 

Stilvolle Kommunikation
Nicht vielen Möbeln gelingt der Schritt zum Klassiker und noch viel weniger Objekte schaffen es, nach so vielen Jahren auch noch aktuellen Bürotrends zu entsprechen. Das Modell 1600 kann beides von sich behaupten: Zu Zeiten des Open-Space-Office können mit den eleganten Sesseln Lounge-Bereiche möbliert werden, die zu entspannter Kommunikation mit Stil einladen. Die passend zum Stuhl erhältlichen Beistelltische und Hocker komplettieren das Ensemble und ermöglichen unterschiedliche Konfigurationen. Der Tisch ist dabei wahlweise mit Glas- oder Schichtstoffplatte erhältlich, das Gestell besteht aus massivem, verchromtem Flachstahl. Die Neuauflage des Modell 1600 stellt, wie schon zu seinen Anfängen, einen Glücksfall für alle Möbelliebhaber dar und ist dank der Überarbeitung nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft gerüstet: Auf weitere 50 Jahre!

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