Ippon Matsu: Symbol der Hoffnung

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Text: Markus Hieke, Foto: Ippon Matsu, 26.02.2014

Sie alleine widerstand dem verheerenden Tsunami vom 11. März 2011 in der Region Tōhoku: die Wunderkiefer von Rikuzentakata. Alle anderen rund 70.000 Kiefern des malerischen Waldes, der einst die kleine Stadt an der Nordostküste japanischen Hauptinsel rahmte, fielen der Naturkatastrophe zum Opfer. Ausgelöst vom bislang stärksten Erdbeben in der Geschichte Japans, spülten die Fluten zudem ganze 80 Prozent der Haushalte im Ort vom Meeresufer. Am bekanntesten sind allerdings die folgenschweren Auswirkungen des Tōhoku-Erdbebens auf das Atomkraftwerk in Fukushima.

Um den Opfern der Katastrophe zu helfen, setzten bis heute weltweit engagierte Menschen zahlreiche Projekte in Gang. So auch der in New York lebende, japanische Designer Kota Kobayashi. Mit der Wunderkiefer als Leuchtfeuer für den Wiederaufbau und als Symbol für die Hoffnung verwandelte er seinen Jugendwunsch, hobbymäßig Bier zu brauen, in ein wohltätiges Projekt, um die Bewohner von Rikuzentakata zu unterstützen.

Wohltätiger Biergenuss
Sein Produkt heißt Ippon Matsu – das steht für „Einsame Kiefer“ – und umfasst zwei in Kleinproduktion gebraute Biere. Ein trübes dunkles Malz, das er als „hartnäckig“ bezeichnet, sowie ein Pale Ale mit extra viel Weizen, Gerste und Hopfen, die es in längerer Fermentierzeit besonders „stark“ machen. Geziert wird das Self-Made-Bier von einer grafisch klar gehaltenen Kiefer aus drei in Zuversicht nach oben gerichteten Dreiecken und einem Stamm, welche als Signet in weiß auf der schlanken Glasfasche mit Bügelverschluss aufgedruckt ist. Den Kopf umschließt ein weißes Siegel, das von Hand mit dem Namen 一本松ビール – Kanji für Ippon Matsu Beer – beschriftet wird. Auf der Innenseite erzählt es die Idee dahinter. Damit verleiht es dem wohltätigen Getränk fast den Charakter einer künstlerischen Edition, soll aber vor allem auf genussvolle Weise für den guten Zweck begeistern.

Ippon Matsu Beer
Schrittweise Wiederbelebung
Die Gewinne aus den Verkäufen kommen ganz den Bemühungen zur Wiederbelebung der Stadt zu Gute. Und wenn auch die letzte Kiefer mittlerweile eingegangen ist: Ein erster Betrag konnte bereits einem Ehepaar und ihrem kleinen Laden gespendet werden. Es geht weiter. Zwar wird die Produktionsmenge derzeit gering gehalten, um Qualität gewährleisten zu können. Doch sucht das Team um Kota Kobayashi stets neue Wege, die Idee fortzuführen. Immerhin sind die bisher unbefüllten Flaschen bereits komplett reserviert. Und Anfang März gibt es mit Ippon Matsu ein Wohltätigkeitsevent in Zusammenarbeit mit dem Fahrradhersteller tokyobike in der japanischen Hauptstadt, dessen Erlöse in die Hilfe für die Region Tōhoku gehen.

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