Licht im Käfig

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Text: Katharina Horstmann

Die Grubenlaterne der Bergmänner? Traditionelle Baustellenlampen oder Werkstattleuchten? Auf der Light + Building 2016 waren reihenweise Wiedergänger dieser klassischen Leuchtentypologien zu sehen. Mitunter haben auch die Voliere oder sogar die japanische Kalligrafie als Inspirationsquelle gedient. Auf jeden Fall: Das Licht muss hinter Gitter! Eine Klickstrecke voller Käfig-Leuchten.

Wer vergangene Woche in den Messehallen der Light + Building umherwanderte, der kam an ihnen nicht vorbei: Leuchten mit einem Schirm aus Metallstäben. Einem Käfig gleich umschließen sie ein großes Volumen – in der Mitte wohnt das Licht. Das eine Mal produzierten sie aufgrund ihrer dichten Struktur mehr Schatten als Helligkeit, das andere Mal lösten sie sich durch den Einsatz filligraner Metallstäbe in dünne Linien auf. Dann wiederum fingen sie die vergängliche Form eines Wassertropfens ein oder bildeten ausschließlich die Verlängerung des Stromkabels. Die Beweggründe dafür mögen unterschiedlich sein, und die Berechtigung ihrer Existenz wollen wir auch nicht hinterfragen. Es ist ein viel allgemeinerer Gedanke, der sich nach einem langen Tag in Frankfurt stellt: Woher stammt das inflationäre Interesse am Leuchtenkäfig?

Ausgewählte Beispiele für Licht hinter Gittern in der Bildergalerie über diesem Text.

Alle Beiträge im Special zur Light + Building 2016: Bitte hier klicken

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