Lichtblicke: Vorbericht zur Light+Building 2010

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Text: Katja Neumann


Es ist der Pflichttermin für alle, die in irgendeiner Form mit Licht und Beleuchtung zu tun haben – seien es Architekten, Lichtplaner, Beleuchtungshersteller, Elektrotechniker oder Ingenieure – die alle zwei Jahre in Frankfurt am Main stattfindende Messe Light+Building. Vom 11. bis 16. April öffnet die Messe ihre Tore, und in diesem Jahr sind es rund 2200 Aussteller, die ihre Neuheiten einem internationalen Fachpublikum präsentieren.
Die Light+Building war schon im November vergangenen Jahres fast ausgebucht und wirkt damit einem Trend entgegen, mit dem eine Reihe anderer Messen zu kämpfen haben: schwindende Aussteller- und Besucherzahlen. Ist die viel zitierte „Finanzkrise“ also an der Licht und Beleuchtungsbranche vorbei gegangen? Wohl kaum, doch die hat die Branche einen unschlagbaren Trumpf in der Hand, den sie in diesem Jahr mit aller Konsequenz ausspielen wird: die LED.

Bereits 2008 war die kleine Leuchtdiode das vorherrschende Thema der Light+Building. Zwei Jahre und einige enorme Entwicklungssprünge in der LED-Technologie weiter, zeigen Hersteller, welche Vielzahl an Möglichkeiten die LED schon heute und in Zukunft bietet. Dabei ist der Zeitpunkt perfekt: Nicht nur, dass das Thema Energieeffizienz auch außerhalb der Branche in aller Munde ist, auch das sogenannte Glühlampenverbot ebnet dem Siegeszug der LED den Weg. Branchenkenner sind sich einig, dass die vielfach so ungeliebte „Energiesparlampe“ lediglich eine Übergangslösung sein wird. Die Zukunft liegt ohne Zweifel in der LED, die schon heute zusehends den Bereich der Architekturbeleuchtung erobert und in naher Zukunft auch die heimischen Wohnräume einnehmen wird. Nicht zuletzt löste die Glühlampen-Richtlinie der EU, mit der das schrittweise Verbot herkömmlicher Glühbirnen im vergangenen Jahr in Kraft trat, auch einen regelrechten Schub an Neuentwicklungen aus – so weht in Sachen Leuchtmittel der Zukunft zurzeit ein wahrer Pioniergeist durch die Branche.

Messeleitthema Energieeffizienz

Daher verspricht die Light+Building in diesem Jahr besonders spannend zu werden, denn sie ist die erste Messe von internationaler Bedeutung für die Lichtbranche, die nach dem Inkrafttreten der EU Richtlinie stattfindet. Nicht verwunderlich also, dass auch in diesem Jahr alle nationalen und internationalen Marktführer wieder ihre Teilnahme zugesagt haben. Ein Grund dafür ist sicherlich auch das kluge Verbundkonzept der Messe: Licht, Elektrotechnik oder Haus- und Gebäudeautomation sind Bereiche, die eng miteinander verzahnt sind und für die eine sinnvolle Vernetzung auch in Zukunft immer wichtiger wird. Die an Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden beteiligten Branchen finden damit sämtliche Neuheiten aus allen maßgeblichen Bereichen unter einem Dach.

Auch mit dem diesjährigen Messeleitthema „Energieeffizienz“ reagiert die Messe Frankfurt auf die Zeichen der Zeit. Bereits 2008 ein großes Thema, dreht sich in diesem Jahr alles um Systemlösungen und Lichttechnologien für eine dynamische, intelligente und vor allem effiziente Nutzung von Energie sowie umweltfreundliche Gebäudetechnik, sogenannte „Green Building Technologies“. Darauf abgestimmt ist auch das optimierte Belegungskonzept für den Bereich Elektrotechnik in der neuen Halle 11.

Sonderausstellungen „Design Plus powered by Light+Building” und Trendforum

Flankiert wird die Light+Building von einem umfassenden Begleitprogramm. Premiere feiert zum Beispiel der neu konzipierte Wettbewerb „Design Plus powered by Light Building“, der anhand von Kriterien wie Technologie, Ökologie und Design zukunftsweisende Produkte prämiert. Die bisher zur Messe veranstalteten Wettbewerbe „Design Plus“ und „Lights of the Future“ wurden nun erstmals zu einem neuen Preis zusammengefasst. Die prämierten Produkte des neuen Wettbewerbs sind während der gesamten Messedauer in einer Sonderausstellung zu sehen. Eine weitere interessante Ausstellung wird auch das „Trendforum“ sein, in dem das Stilbüro bora.herke die Wohntrends 2010 / 2011 in vier ungewöhnlichen Rauminszenierungen präsentiert.

Building Performance Congress

Gelegenheit zur vertiefenden Information und reger Diskussion bietet der „Building Performance Congress“, der parallel zur Messe stattfindet. Hier erörtern Branchenkenner und renommierte Experten aus dem In- und Ausland in zahlreichen Foren und Vorträgen aktuelle Entwicklungen rund um die Themen Licht, Elektrotechnik und Haus- und Gebäudeautomation. Der Kongress gliedert sich in die Veranstaltungen Light Focus, den Deutschen Energieberatertag, Improving Energy in Commercial Buildings (IEECB) sowie das Building Forum, das Zukunftsforum Immobilien und das ACS Forum. Die ACS, Computersysteme im Bauwesen, stellt mit der bewährten Kombination aus Fachausstellung und Vortragsforum zukunftsfähige Bauprozesse in den Mittelpunkt. Von der Planung, Projektsteuerung und der Realisierung über die Nutzung bis hin zum Recycling – mit der Abbildung von Prozessketten zeigt die ACS sämtliche Einsatzmöglichkeiten innovativer Informations- und Kommunikationstechnologie auf. Im Rahmen der ACS findet auch das 2. Architektenforum zum Thema „Moderne Gebäudetechnik – Gestaltung und Energieeffizienz“ statt. Praktischerweise können die in den Vorträgen vorgestellten Funktionen anschließend in einer Führung durch die Sonderschau „E-Haus“ gestestet werden.

Internationale Lichtkunst bei der „Luminale“

Nicht nur auf der Messe, sondern im gesamten Frankfurter Stadtgebiet und dessen Umgebung findet während der Light+Building wieder ein besonderes Ereignis statt: die internationale Biennale der Lichtkultur „Luminale“. Aus diesem Anlass zeigen Lichtkünstler und -Designer ihre Lichtinstallationen von Frankfurt bis Offenbach, von Darmstadt bis Wiesbaden. Zur Besichtigung des „öffentlichen Lichtlabors“ werden rund 100 000 Gäste erwartet, für die die Messe Frankfurt eine kostenlose Buslinie eingerichtet hat. Inhaltliche Schwerpunkte der mittlerweile fünften „Luminale“ sind die Themen LED, Energieeffizienz sowie die Kombination von Licht, Klang und anderen Medien. Neben den rund 150 Licht-Ereignissen – von Medienfassaden, über interaktive Installationen und ökologisch sinnvollen Konzepten bis hin zu spirituellen Dimensionen des Lichts - sind zusätzlich insgesamt 165 Veranstaltungen wie Partys, Symposien, geführte Rundgänge, Modenschauen, Vernissagen oder Schiffstouren angekündigt.

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