Light + Building 2014: Nicht ohne meine App

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Text: Julia Bluth

Explore Technology for Life – die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird“, lautet das Motto der kommenden Light + Building. Vom 30. März bis 4. April werden rund 2.300 internationale Aussteller auf dem Frankfurter Messegelände ihre Neuheiten für Licht, Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation präsentieren. Was dieses Jahr besonders ins Auge fällt, ist die digitale Verflechtung aller Bereiche. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind zwar unveränderte Schwerpunkte, doch der Weg dorthin wird zunehmend vernetzter.

Ein Schalter, eine Bedienung – dieses Konzept wird wohl schon bald der Vergangenheit angehören. Mittlerweile werden alle Systeme eines Gebäudes miteinander verbunden und sind auch aus der Ferne steuerbar.

Vernetztes Heim
Im Smart Home kommunizieren im Idealfall sämtliche Geräte miteinander und regeln sich bei Bedarf selbstständig oder lassen sich zentral über Bedienpanel, Tablet und Smartphone kontrollieren – kaum ein Hersteller, der nicht eine passende App dazu bietet. Ein automatisches Zusammenspiel von Heizung, Jalousien, Fenstern, Außentemperaturfühlern, Tageslichtsensoren, Solaranlage und Raumbeleuchtung passt die Wohnbedingungen außerdem präzise an den aktuellen Bedarf an.  „Vorteil ist, dass ich nicht mehr zig verschiedene Anwendungen an verschiedenen Punkten steuern muss, sondern dass ich auch Abhängigkeiten schaffen kann. Ganz einfach: Wenn ich den Fernseher einschalte, stimmt sich das Licht entsprechend darauf ein oder die Verschattung läuft dementsprechend – also ganz verschiedene Möglichkeiten. Ich kann Anwendungs- oder Abwesenheitsszenarien darstellen. Die Möglichkeiten, wenn ich ein vernetztes Gebäude habe, sind unendlich, und da bedarf es nur noch einer gewissen Phantasie“, erklärt Deniz Turgut, Marketingleiter von Jung. Der westfälische Schalter- und Systemhersteller ist Mitglied des Innovationszentrums Connected Living, in dem über 50 Unternehmen an der branchen- und herstellerübergreifenden Heimvernetzung arbeiten.

Hard- und Software für ein intelligentes Energiemanagement zeigt die Messe Light + Building in Halle 8, 9 und 11.


Im digitalen Netz
Ein vernetztes Gebäude sorgt ohne Zweifel für mehr Energieeffizienz – insbesondere, wenn es an ein intelligenten Stromnetz – Smart Grid – angeschlossen ist. Das ermöglicht sowohl den Transport von Energie als auch von Daten, sodass sich Verbraucher und Erzeuger in einem kontinuierlichen Austausch befinden. Intelligente Stromzähler – Smart Meter – verbinden alle elektronischen Geräte mit dem Netz und ermöglichen eine sekundengenaue Erfassung der Stromkosten. Auf diese Weise kann der Betrieb der Geräte der wechselnden Preisentwicklung angepasst und Strom dann verbraucht werden, wenn er gerade im Überfluss zur Verfügung steht. Optimiert wird dieses System mit entsprechender Gebäudetechnologie, die nicht nur nachhaltigen Verbrauch, sondern auch Energieproduktion und -speicherung erlaubt. Ein entsprechendes Energiemanagementsystem sorgt dafür, dass erst der aktuelle Bedarf gedeckt und dann der Speicher, zum Beispiel in Form von Batterien oder Wärme-und Kältespeichern, geladen wird. Ist dieser voll, wird der selbstproduzierte Strom in das Versorgungsnetz eingespeist. Erst, wenn die eigene Produktion nicht ausreicht, muss Energie aus dem Netz bezogen werden.

Geeignete Technologien und Energiemanagementsysteme zu diesem Thema zeigt die Sonderschau Smart Powered Building – Ihr Gebäude im Smart Grid. „Auf der Sonderschau wollen wir die auf dem Markt verfügbaren Systeme und Technologien für eine erfolgreiche Integration dezentraler Energietechnik im Live-Betrieb zeigen“, erklärt Maria Hasselman, Leiterin des Brandmanagement der Light + Building, „Wir legen einen besonderen Schwerpunkt auf Lösungen, die sowohl ökologisch wie ökonomisch sinnvoll sind. Wegen der hohen Resonanz auf die Premiere 2012 haben wir die Sonderschau erweitert und zusätzliche interaktive Elemente eingebaut.“ Ergänzend zeigt das Haus des ZVEH (Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke), wie sich intelligentes Energiemanagement beim Endverbraucher gestalten lässt.

Die Sonderschau Smart Powered Building – Ihr Gebäude im Smart Grid findet im Freigelände zwischen den Hallen 8, 9 und 11 statt. Das neu aufgelegte E-Haus befindet sich in Halle 8.0, Stand J60.

Alle Beiträge aus unserem großen Themenspecial Light + Building 2014 finden Sie hier.

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