Meister der Beleuchtung

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Text: Kathrin Spohr

Gestaltung mit Licht ist durch LEDs und digitale Technologien enorm komplex und vielfältig geworden. Auf die zunehmende Bedeutung des Lichtdesigns in der Architektur macht der Deutsche Lichtdesign-Preis aufmerksam, dessen 9. Ausgabe am 16. Mai in Wuppertal gefeiert wurde. Ausgezeichnet wurden elf Projekte aus Kategorien wie Hotel, Kulturbauten, Büro oder Bildung neben der Vergabe verschiedener Sonderpreise.

Das Münchener Delikatessenhaus Dallmayr erhielt beispielsweise im Bereich „Shops“ die Würdigung: Hier war es dem Büro Lichtkompetenz aus Zürich gelungen, die Beleuchtung sensibel und im Einklang mit dem historischen Gebäude zu gestalten. In der Kategorie „Museen“ wurde das Futurium in Berlin geehrt. Der in diesem Jahr eröffnete Neubau, der Museum, Labor und Forum vereint, wird erst durch die aufwendige Lichtgestaltung des Studios realities:united lebendig. Im Bereich Lichtkunst wiederum wurde die fünf Tage dauernde Bewegtbild-Projektion Dona nobis pacem auf der Südfassade des Kölner Doms geehrt. Die Künstler Detlef Hartung und Georg Trenz hatten den Dom damit 2018 zu einem Leuchtturm des Friedens und Mahnmal gegen Hass und Hetze verwandelt – vor insgesamt 150.000 Zuschauern.

Überhaupt waren in diesem Jahr besonders viele Kirchen und kirchliche Einrichtungen für den Preis nominiert. Markus Helle, Initiator des Deutschen Lichtdesign-Preises erklärt, warum hier das Bewusstsein für gute Lichtgestaltung gestiegen ist: „Durch den Einsatz von LEDs lässt sich der Energieverbrauch erheblich optimieren. Außerdem haben die Kirchengemeinden erkannt, dass sich durch eine schöne Lichtatmosphäre die Aufenthaltsqualität verbessern lässt. Das wirkt auch dem Besuchermangel entgegen.“

Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhielt Johannes Dinnebier, einer der Pioniere für Lichtplanung in Deutschland. Lichtdesigner des Jahres wurden Corinna Arens und Dorette Faulhaber aus Köln. Der Deutsche Lichtdesign-Preis will mit diesen beiden Würdigungen auch die Etablierung des Berufsbildes „Lichtplaner“ stärken und die Ausbildung zukünftiger Lichtgestalter unterstützen.

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