Outdoor mit Chic

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Text: Nina C. Müller und Markus Hieke, 21.05.2014

Träumen Sie sich auch manchmal an einen Ort, der ganz anders ist als Ihr Zuhause? Weit draußen, fernab von Routine, Lärm oder nervigen Nachbarn? Dann haben wir hier das Richtige für Sie! Wir präsentieren Ihnen die ruhigsten, extravagantesten und mit Sicherheit erlebnisreichsten Domizile – alle inklusive Frischluft, wilder Tiere und ausgesprochen gutem Stil.

Urlauber sind ein anspruchsvolles Volk. Entertainment, Luxus, All-Inclusive. Oder stimmt das alles gar nicht, und der größte Komfort liegt in Ruhe und Besinnung? Was läge da näher, als sich in die Natur zurückzuziehen? Hier finden Sie extravagante, aber erfrischend simple Reisekonzepte: vom Leben in der Jurte und Schlafen im Baumzelt über ein uckermärkisches Retreat mit Fernsicht, eine Bibliothek im Garten bis hin zu DIY-Hütten, Iglu-Architektur und einer Nest-Behausung.

Glamour-Camp
Glamping ist eine Kombination der englischen Worte Glamourous und Camping. Urlauber sollen hier hautnah die Natur erleben – doch ohne auf die gewohnten heimischen Annehmlichkeiten verzichten zu müssen. Dieses Ziel verfolgten auch die Architekten des koreanischen Studios ArchiWorkshop, deren kompakte Wohneinheiten in länglichen und runden Formen bei Nacht an eine Gruppe von Glühwürmchen erinnern, aber durchaus architektonische Qualitäten aufweisen. Innen mutet ihre halb-transparente Haut wie eine weiche Wattierung an. Nach außen hingegen schützt die zweite wasser- und feuerfeste Membran vor dem harschen Klima der koreanischen Gyung-Gi-Region.

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Schlafplatz to go
Wer heute noch immer unter einer, mit Heringen zu einer Dreiecksform aufgespannten Plane auf dem blanken Boden schläft, der hat so einige Neuerungen des Zeltdesigns verschlafen. Das Londoner Unternehmen Tentsile entwickelt Tree Tents, die man zwischen Bäumen aufspannt und frei in der Luft schweben lässt. Das Tentsile Stingray ist das erste Baumzelt, das in einen Rucksack passt. Und wer sie mal ausprobieren möchte: Seit November letzten Jahres gibt es auf den Fidschi-Inseln die erste Ferienanlage mit Tree Tents. Eine Alternative: Das aufblasbare Zelt Mavericks beschreibt sein Hamburger Hersteller Heimplanet als „regelrechte Festung“. Das mag daran liegen, das es sogar bei einer Windgeschwindigkeit von bis zu 180 Kilometer pro Stunde noch stehen bleibt. Wem das alles zu aufregend ist, der kann auch in einer traditionellen Jurte im Süden Norwegens nächtigen. Oder sich ein Hermit-House anschaffen – etwa für den eigenen Garten. Einsiedler finden in diesen kompakten und kostengünstigen Holzhäusern aus den Niederlanden nicht nur einen attraktiven, fast meditativen Rückzugsort, sondern können mithilfe einer DIY-Software auch selbst mitgestalten.

Walden für Fortgeschrittene
Zeitgenössisches Design mitten im Wald: Gäste des schwedischen Veranstalters Treehotels wohnen zwischen Baumwipfeln und mit Blick auf Tal und See. Dabei können sie wählen zwischen sechs Baumhäuschen, die in Größe und Gestaltung variieren. Doch egal, ob in einer verspiegelten Box, einer Nest-Struktur oder einer Ufo-Form, die Zimmer bieten alles, was man auch in einem Hotel vorfindet, inklusive Badezimmer und Terrasse. 


Brandenburgische Schwärze  
Etwas bodenständiger mag da das Schwarze Haus in Pinnow in der Uckermark – circa 100 Kilometer von Berlin entfernt – erscheinen. Mit seinen zwei Etagen, dem sechs Meter hohen Wohnraum und einer riesigen Badewanne, eigener Bibliothek und Arbeitszimmer bietet es Platz für eine große Familie, sechs Freunde oder einen Firmenausflug. Das Besondere – wie der Name schon andeutet – liegt hier aber vor allem in seiner gestalterischen Zurückhaltung. Großflächige Fensterfronten, einfache Materialien und farbliche Reduktion lenken den Blick auf das eigentlich Wesentliche: die Natur.
Flodd Berlin
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Hausen auf Wasser
Ebenso schwarz, doch nur wenige Tramstationen vom Berliner Stadtzentrum entfernt, liegen die Hausboote von Flodd im Rummelsburger Hafen. Bei sanftem Schaukeln bieten sie sowohl einheimischen Großstädtern als auch Besuchern der Hauptstadt Raum zur kurz- oder längerfristigen Naherholung, inklusive Panoramafenster und Sonnenterrasse. Gerade wurde das dritte, diesmal mit Holzlatten verkleidete Exemplar der motorisierten, allerdings kaum wendigen Spreehäuschen eingeweiht. Ein viertes ist in Arbeit. Zudem plant ihr Architekt und Flodd-Gründer Bertjan Diphoorn eine kleinere, dafür deutlich mobilere Version der schwimmenden Ferienhäuser.

Wir wünschen gute Erholung!

Fotos von allen genannten und noch weiteren Urlaubsdomizilen finden Sie in der Bildergalerie über diesem Text.

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