Rem Koolhaas: Elements of Architecture

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21.09.2018

Das ist sie. Die druckfrische Publikation vom Rem Koolhaas, Stephan Trüby, Stephan Petermann und James Westcott und der niederländischen Gestalterin Irma Boom ist so etwas wie das Telefonbuch – oder gar die Bibel – der Baugeschichte. Auf über 2.500 Seiten reihen sich dichte Informationen aneinander: von Boden und Decke, Wand, Fenster und Tür, Fahrstuhl und Treppe. Braucht man das heute noch? Unbedingt!

Nach jahrelanger Arbeit, jeder Menge Aufwand und enormer Recherche liegt nun ein umfassendes Nachschlagewerk über die Geschichte der Architektur in ihren Einzelteilen vor. Möglich war das durch die Mitarbeit von zwei Studios der Harvard Graduate School of Design, die auch schon an der gleichnamigen Biennale-Ausstellung von 2014 mitgearbeitet hatten. Mit Irma Boom zeigen sich auch Typographie und Gestaltung in den richtigen Händen.

Es ist ein Buch voller Wissen: „Ich war schockiert, wie wenig ich etwa auch über die Geschichte der Tür wusste, obwohl ich ein relativ kultivierter und an der Geschichte interessierter Architekt bin“, gibt Rem Koolhaas zu. „Wir haben die Komplexität der Gegenwart und die der Vergangenheit entdeckt.“

Die umfangreiche Grundlagenforschung beginnt mit den sehr elementaren Bestandteilen eines Gebäudes: der Geschichte des Bodens und der Fläche, gefolgt von Wand, Decke, Dach sowie den Schwellenelementen Tür, Fenster, Fassade und Balkon. Im hinteren Teil reihen sich dann die jeweiligen Kapitel zum Element Korridor, Feuerstelle, Toilette, Treppe, Rolltreppe, Aufzug und Rampe aneinander. Die Mitte dieser beiden Wälzer leuchtet in Knallorange. Hier befinden sich unter anderem das Inhaltsverzeichnis, aber auch Essays und die Fotos aus der Ausstellung in Venedig. Man versteht: Dieses Buch kennt kein Hinten und Vorne, kein Anfang und Ende. Niemand wird das je alles lesen können. Jeder will es haben. jk


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