Tradition und Innovation: Villeroy & Boch Fliesen

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04.09.2017

Partner: Villeroy & Boch Fliesen

Eine Fliese ist eine Fliese ist eine Fliese? Mitnichten, wie Villeroy & Boch zeigt. Der deutsche Hersteller hat sich im Archiv umgesehen und die schönsten historischen Formen, Farben und Dekore in zeitgemäße Fliesenkollektionen umgesetzt.

Seit über 265 Jahren entwickelt, produziert und verkauft Villeroy & Boch technisch und gestalterisch anspruchsvolle Fliesen. Ihren Anfang nahm die erstaunliche Unternehmensgeschichte in einer Töpferei im lothringischen Audun-le-Tiche. François Boch entwickelte aus dem kleinen Handwerksbetrieb ein florierendes Unternehmen, das sich 1836 mit der Porzellanfabrik von Nicolas Villeroy zusammenschloss. Über Jahrhunderte hinweg trotzte Villeroy & Boch den Irrungen und Wirrungen der Geschichte – in exponierter Lage zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg.

Voran, voran!
Dieser Schatz an Traditionen ist auch heute im Unternehmen in Form von Architektur und Design präsent. Und er wird kontinuierlich um Fertigungs- und Produktinnovationen ergänzt, die nicht selten Wegweiser für die gesamte Branche sind, gerade auch im Fliesenbereich. So setzte Villeroy & Boch Fliesen als erster Fliesenproduzent in Deutschland die gestalterischen Möglichkeiten des Digitaldrucks ein. In der Artefactur des Unternehmens werden keramische Unikate entworfen, entwickelt und umgesetzt. War das Fliesenangebot von Villeroy & Boch ursprünglich ein eigener Unternehmensbereich des Gesamtkonzerns, entstand 2007 durch ein Joint Venture mit der türkischen Eczacibaşi-Unternehmensgruppe die international ausgerichtete V & B Fliesen GmbH mit Hauptsitz in Merzig und La Ferté-Gaucher. Im Fokus: die Entwicklung hochwertiger Fliesenkollektionen für Interior und Architektur.

Von Mettlach in die Welt
Die Fliesengeschichte von Villeroy & Boch beginnt im Jahr 1780, als die Brüder Boch im luxemburgischen Septfontaines die ersten Fliesen herstellen: sieben, zu einem Kreuz zusammengesetzte Platten für das Grabdenkmal eines Onkels. Sechzig Jahre später kommt der unternehmerische Durchbruch, als Jean-François von Boch und sein Sohn Eugen die geniale Idee haben, einen industriell gefertigten Bodenbelag nach dem Vorbild der Bodenmosaike einer römischen Villa in Nennig an der deutsch-luxemburgischen Grenze herzustellen. Seit 1869 in der Mettlacher Mosaikfabrik gefertigt, bestehen die sogenannten Mettlacher Platten aus zwei Schichten von unglasiertem Steinzeug mit bis dahin unbekannten Gebrauchseigenschaften: Sie sind abriebfester als Granit und extrem haltbar.

Blick in die Geschichte: Produktion der Mettlacher Platten
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Kein Wunder, dass der (Verkaufs-)Erfolg nicht lange auf sich warten lässt, auch weil die Konkurrenz der Innovationsfreude der von Bochs nichts entgegenzusetzen hat. In alle Welt werden die guten Stücke exportiert – Bahnhöfe, Kirchen, Rathäuser, Postämter, Theater und Schlösser damit ausgestattet. Die Liste der Referenzobjekte liest sich wie ein Who is who der Baukultur: Ob Kölner Dom, das Schloss der Fürsten von Thurn und Taxis in Regensburg, die Titanic, das Bolschoi-Theater oder die Hamburger U-Bahn – Mettlacher Platten sind überall. Auch, weil der Hygiene-Standard im 19. Jahrhundert stetig steigt und die Fliesen in Badeanstalten, privaten Bädern und Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Ursprünglich im Format fünf mal fünf Zentimeter gehalten, gibt es die Mettlacher Platten später auch in vielen anderen Größen. Gut zu wissen: Wird heute ein Gebäude restauriert und müssen die Artefakte ausgebessert, ergänzt oder ersetzt werden, werden die historischen Mosaike, Fliesen und Formstücke in der Artefactur von Villeroy & Boch Fliesen rekonstruiert – und mit den erhaltenen Pressen von 1910 produziert.

Geschichte(n) erzählen
Wie kann man die historische Entwürfe in zeitgenössische Dessins übersetzen? – Diese Frage hat sich Villeroy & Boch Fliesen gestellt und Kollektionen wie Stateroom, Warehouse, Newtown, Century Unlimited und Mon Cœur entwickelt. Wie traditionelle Stilelemente und zeitgenössische Gestaltung zusammenfinden, zeigt die vom Jugendstil inspirierte Serie Mon Cœur im Format 30 mal 90 Zentimeter, das sich am historischen Maß einer damals üblichen Wandvertäfelung orientiert. Der Dekor ist von Hand glasiert und wie bei den Vorbildern verlaufen die Farben innerhalb der ornamentalen Reliefs und werden zu den Stegen hin heller. Das Feinsteinzeug Newtown indes setzt auf Kontraste und kombiniert eine natürliche Stein-Beton-Anmutung mit historischen Dekoren, die an Gründerzeit- und Jugendstilornamente erinnern. Die Muster im Used Look können in einer einzigen Variante verlegt oder untereinander kombiniert werden können. Und natürlich dürfen auch die Mettlacher Platten nicht fehlen im Villeroy-&-Boch-Design-Make-over! Century Unlimited heißt die Kollektion, die den zeitgeistigen Cotto-Zement-Look mit Dekoren verbindet, die an den Verkaufsschlager aus dem 19. Jahrhundert erinnern. Aneinander gesteckte Dreiecke, zu Blumen arrangierte (Halb-)Kreise und dreidimensionale Geometrien ergeben ein kontemporäres Mix & Match.

So unterschiedlich die von der Villeroy-&-Boch-Historie inspirierten Kollektionen auch sein mögen: Allen ist gemein, dass sie in Format, Material, Farbe und Dekor äußerst flexibel auf verschiedene Raumsituationen anwendbar sind und man damit ganz unterschiedliche Interior-Stile herstellen kann. Einem kreativen Baukasten gleich, lassen sich mit den nachhaltig produzierten Fliesen gezielte Akzente setzen oder großflächige Inszenierungen schaffen. Dabei wurden die traditionellen Vorbilder adaptiert, neu gedacht und aufbereitet.

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