U-Joints: Designer mit Connections

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Text: Stephan Burkoff, 23.04.2018

Keine Hütte, kein Korb, kein Werkzeug kommt ohne Verbindungen zustande. Zwei Dinge stabil miteinander zu verbinden, ist so etwas wie die Uraufgabe der Konstruktion – und damit auch für Design und Architektur. In der Ausstellung U-Joints wird deshalb geklickt, verschränkt, umwickelt, gesteckt, geschraubt oder verkeilt. Joints, Verbindungen und Gelenke bringen zusammen, was zusammengehört.

Etwas im Abseits, aber durchaus im Zentrum der eigentlichen Sache: Eine Gruppenaustellung widmet sich im Rahmen der Milan Design Week 2018 erstmalig der facettenreichen Welt konstruktiver Verbindungen. Die Ausstellung U-Joints von der italienischen Denkfabrik Plusdesign zeigt dabei alle Arten Konnektoren, von den gebräuchlichsten bis zu den innovativsten sowie jene, die den größten Einfluss auf zeitgenössisches Design und Gestalter wie Alvar Aalto, Konstantin Grcic oder Cecilie Manz haben und hatten.

Mehr als 50 zeitgenössische Designer und Industrieprofis haben neue Produkte, Prototypen und konzeptionelle Stücke, von denen viele speziell für die Show entworfen wurden, beigetragen. Darüber hinaus versammelt die Ausstellung Beispiele einiger der genialsten Verbindungen der Welt, private Sammlungen von Knoten und Verbindungselementen und Meisterwerke der traditionellen japanischen und chinesischen Tischlerei.

Eine Chinesische Dougong-Struktur aus ineinandergreifenden Holzklammern von Richard Wiborg, 2010.

„Das Thema der Verbindungen wird von einer großen Mehrheit der Studenten und jungen Berufstätigen fast besessen verfolgt, als eine Art Pflichtübung und Teil der zeitgenössischen Kultur“, weiß Andrea Caputo, neben Anniina Koivu Kurator der Ausstellung. „Unerklärlicherweise wurden diese Dinge aber nie als Ganzes erforscht. Es gibt zahlreiche Publikationen zu bestimmten Arten von Gelenken und Verbindungen, aber U-Joints ist der erste Versuch, diese verschiedenen Welten zusammenzubringen – eine Synthese des eklektischen und unendlichen Universums, das sich im unsichtbaren Hintergrund unseres Alltags versteckt.“ Anniina Koivu ergänzt: „In unserer visuellen Welt, in der ein Bild, ein Produkt oder ein Design in Sekundenschnelle wahrgenommen werden muss, wird es schwierig, sich auf die Details zu konzentrieren. Wenn Sie sich einmal in der Ausstellung umgesehen haben, werden Sie anfangen, Klammern, Scharniere, geflochtene Knoten und verwobene Fäden, Kupplungen oder Universalgelenke, Dreh- oder Kugelgelenke, Holzschwalbenschwänze, Einsteckzapfen oder Spleiße, Nähte, Anker, Bolzen und Nieten mit anderen Augen zu sehen. Gelenke sind Designobjekte für sich. Selbst eine einfache Schraube ist schön und genial, wenn Sie sich die Zeit nehmen, sie richtig anzusehen. Für manche ist eine Schraube das kleinste Möbelstück.“

Im Trubel der Mailänder Designwoche war diese Ausstellung einer der wenigen Orte, an dem wirklich pures Design im Vordergrund stand. Eine wahre Oase der Ruhe und Erkenntnis.

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