Wie Vola die Farbe ins Badezimmer brachte

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Text: Claudia Simone Hoff

Partner: Vola

Wer hat Angst vor Rot, Gelb und Blau? Vola jedenfalls nicht. Der dänische Armaturenhersteller bringt seine Designklassiker nämlich seit jeher auch als farbige Varianten heraus. Und begründete schon vor 50 Jahren einen Trend, der nun überall zu sehen ist.

Auf der Kölner Möbelmesse war in diesem Jahr die Farbe Trumpf – bei den Möbeln- und Leuchtenherstellern ebenso wie in der Sanitärbranche. Nicht nur hatte Bette seinen Messestand auf der imm cologne unter das Motto „Füll dein Leben mit Farbe“ gestellt und dafür eine ganze Wand mit farbigen Waschbecken bestückt, auch bei Vola gab man sich einem regelrechten Farbrausch hin. Und zwar durchaus gewagt mit Armaturen in Pink und in Knallrot, die eine effektvolle Bühne boten für die neue Farbe Weiß matt. Gewagt deshalb, weil Armaturen fast noch immer in Chrom gehalten oder aus Edelstahl gefertigt sind.
Die Anfänge: Go Orange!
Eigentlich erstaunlich, dass die meisten Hersteller erst jetzt auf die Idee kommen, ihre Armaturen in bunte Farbe(n) zu tauchen. Denn Farben können Stimmungen erzeugen und bringen Emotionen hervor. Bisher waren es vor allem Fliesen, Sanitärkeramik, Möbel, Textilien und Accessoires, die Bad oder Küche einen farblichen Schwung verpassten oder beim Umbau gleich einen ganz neuen Look. Anders war es bei Vola, denn der dänische Hersteller setzte schon vor über 50 Jahren auf Farbe, kamen die ersten Armaturen von Arne Jacobsen 1968 doch in neutralem Grau oder kräftigem Orange daher. Schon kurz darauf waren alle Produkte in zehn Farben erhältlich, die nummeriert waren von 01 bis 10. Zwar verkaufen sich heute auch bei Vola Armaturen in Chrom/ Chrom matt und aus Edelstahl am besten, gefolgt von PVD und Messing. Doch der Anteil von farbigen Armaturen am Gesamtumsatz steigt, wie Projektmanagerin Daniela Darimont am Messestand in Köln erzählte. Derzeit machen sie rund 15 Prozent des Umsatzes des Herstellers aus, der alle Produkte im eigenen Werk im dänischen Horsens fertigt, inklusive Farbbeschichtung.
Architektenlieblinge: Schwarz und Weiß

Schwarz und Weiß führen mit 80 Prozent die Farb-Hitparade bei den Vola-Armaturen an. Das verwundert nicht, gilt Vola mit seinen ikonischen Armaturen von Arne Jacobsen doch als ausgewiesene Architektenmarke. Wer auf Weiß oder Schwarz setzt, hebt sich ab von Chrom und Edelstahl, bleibt aber trotzdem im neutralen, nicht zu auffälligen Farbspektrum. Zeitlosigkeit und neutrale Anmutung sind es wohl auch, die Schwarz und Weiß zu Klassikern im Interiordesign haben werden lassen, gerade in kostspieligen Räumen wie Küche und Bad, die nur etwa alle zwanzig Jahre umgestaltet werden. Im Design hat Schwarz eine herausgehobene Stellung: „Durch den Verzicht auf Buntheit entsteht der Anspruch auf Sachlichkeit und Funktionalität – die Tugenden des modernen Designs“, schreibt Eva Heller in ihrem Buch Wie Farben wirken. Schwarz ist klar in der Form, präzise in der Silhouette und verzeiht keine Fehler in der Bearbeitung. Weiß indes gilt als vollkommenste aller Farben und ist mit allerhand positiven Eigenschaften besetzt: Weiß steht für den Anfang, das Ideale, das Gute, das Saubere, das Unschuldige. Weiß ist die hellste und leichteste Farbe. Sie drängt sich nicht auf, weshalb sie auch so gut als Gegensatzpaar mit Schwarz taugt.
Durchgehende Gestaltungssprache
Spricht also vieles für Schwarz oder Weiß, bietet aber gerade Vola unschlagbare Argumente dafür an, in Bad und Küche mehr Farbe zu wagen. Die technischen Elemente sämtlicher Armaturen des dänischen Herstellers sind nämlich unter Putz gelegt. Das heißt konkret: Alle anderen, sichtbaren Elemente können kurzerhand und ziemlich unkompliziert ausgetauscht werden, was einem Farbwechsel entgegenkommt, wenn nicht geradezu befeuert. Neben insgesamt 15 pulverbeschichteten Farben – darunter so auffällige wie Rot, Gelb und Blau, aber auch dezente wie Grau, Braun und Weiß – gibt es bei Vola außerdem derzeit acht PVD-Oberflächen wie Tiefschwarz, Nickel glänzend und Gold hell gebürstet, wobei die matten PVD-Töne auf einer Edelstahl-Basis aufgebracht sind. Sie sind das glamouröse I-Tüpfelchen des Farbthemas, was sich auch daran zeigt, dass die Nachfrage so hoch war, dass im letzten Jahr die PVD-Produktions- und Beschichtungskapazitäten im Werk erweitert wurden.
Genau wie bei den pulverbeschichteten Farben sind alle PVD-Oberflächen für sämtliche Serien von Vola in der gesamten Produkttiefe erhältlich: für Armaturen und Accessoires wie Handtuchwärmer und Abfallbehälter. Das Ergebnis: eine stringente Gestaltungssprache im gesamten Interiordesign. Seit 1968 hat Vola seine Farbrange übrigens nicht verändert, was bedeutet, dass sich selbst Produkte aus den Siebzigerjahren noch aktualisieren oder, falls notwendig, reparieren lassen. Wird die Kollektion um neue Farben ergänzt, dann nur nach aufwendigen Tests und Vergleichen, wobei auch Oberflächenbeschaffenheit und Haltbarkeit eine wichtige Rolle spielen. Ein Designklassiker wird schließlich nicht einfach so zum Designklassiker.

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