imm cologne 2018: Nur nicht festlegen

22
Text: Markus Hieke, 22.01.2018

Auf der imm cologne wird kaum fündig, wer nach Box, Klappe und Schubfach sucht. Unsere Präsentierwelt braucht Bühnen – die wir an dieser Stelle versammeln.

Besser denn je scheinen die Aussteller der Kölner Einrichtungsmesse verstanden zu haben, welche Möbel in unsere Zeit gehören: Modular, wenig auftragend und möglichst gut zum Selbstaufbau geeignet sollen sie sein. Beziehungsweise zum Umbau. Denn was weiß ich heute, wie oder wo ich morgen leben werde? Das Gros der Hersteller hat längst reagiert und setzt auf ein deutlich kleinteiligeres Sortiment. Raumgreifende Stauraumlösungen im klassischen Sinne sind auf dem Rückzug. Und das Gefüge sieht dadurch heute anders aus als noch vor wenigen Jahren. Lounge Chair und Vase stehen sich gleichrangig gegenüber. Leuchte und Sofa werden immer schlanker und mobiler. Und das Sideboard – hat bis auf den absoluten Premiumbereich ausgedient.

Das aus gutem Grund. Immerhin soll alles, was wir besitzen, nicht verstaut werden, sondern schön sichtbar sein. Oder, so könnte man auch mutmaßen, sind unsere Heime ohnehin so privat, dass es vor niemandem etwas zu verbergen gibt. Und wenn doch mal Besuch ins Haus steht, sollte man ihm gegenüber nicht verheimlichen, womit man im Netz sonst eher großzügig umgeht. Geliked wird, was das Zeug hält. Virtuell wie real. Und so kommt auf dieser imm im wahrsten Sinne zum Tragen, was sonst eher weniger im Rampenlicht gestanden hat: das Regal. Mal als wandhängende Version (New Tendency und das ausgesprochen reduzierte Regal Apex), vorwiegend aber stehend. Meist recht filigran (wie die x-fache Erweiterung des schwedischen String-Klassikers), fast immer variabel (selbst beim Einbauexperten Interlübke) und erstaunlich häufig ohne jegliches Werkzeug montierbar (Elevate von Woud oder Shelving System von Moebe). Selbst Piure, bekannt für seine hochwertigen Sideboard-Module, zeigt eine nackte, und somit zum freistehenden Regal umfunktionierte Version des Mesh von Werner Aisslinger.

Wer sich für das Regalsystem S3 von Klemens Grund für Tecta entscheidet, benötigt zwar noch den Schraubenzieher, kann dafür aber jederzeit aufstocken oder von der Höhe doch lieber in die Breite gehen. Die abgerundete Unterkante der Regalböden aus Eichenholz sorgt in Kombination mit dem Stahlrohrgestänge bei jedem Format für einen wunderbar leichten Auftritt. Wegpacken war gestern! Heute wird gezeigt und präsentiert, und das so individuell wie nie zuvor.

Diese und mehr neue Regallösungen finden Sie hier in unserer Bildergalerie…

Weitere Artikel 13 - 25 von 28 imm cologne 2018: Prinzip Partizipation Die Kunst des Bauens: Wer will? Jean Verville! Hier stimmt die Atmosphäre Alle für alles auf der imm cologne 2018 Urban Terrazzo: Poesie in Beton Salone del Mobile 2018: Art déco & Disco Formsache: Gepflegt Durchdrehen Stockholm Furniture Fair 2018: <br />
Drama und Schönheit Fuorisalone 2018: Die Bühnen der Stadt Pur, aber mit i! Designer des Jahres 2019: Sebastian Herkner Fucina: Minimalismus aus Metall

Täglich neue Themen und Produkte aus Office, Living, Licht, Bad und Küche.